„Typisch
Ungarn“ – Hungarika zum Genießen, Mitnehmen und Erinnern
Schafmilchkäse
aus Palpuszta
Er
ist nichts für empfindliche Nasen, aber dafür umso mehr für Kennergaumen. Der
pikante Weichkäse wird im Salzbad gereift und mit Pilzkulturen geimpft, was ihm
den typischen rötlichen, eßbaren Belag verleiht. Der Schnitt zeigt eine
gelblich-weiße Farbe und erinnert an den französischen Romadur. Gereift läßt
er sich auch hervorragend streichen.
Ungarische
Stickereien
Die
Kunst des Stickens zählt zu uralten, noch auf die Hirten zurückgehenden
Handwerksbrauchtümern Ungarns. Sie wird auf Stoff oder Leinen mit Fäden oder
Metall ausgeführt und unterscheidet sich regional in Mustern und Farben. Sie
zieren Gebrauchsgegenstände und Festtagstrachten, Tücher, Schürzen, Tischtücher
und Pantoffel. Die schönsten Stickereien findet man in Hollókö, Buszák,
Kalocsa, Mezökövesd und Sárköz.
Herend-Porzellan
Seit
1842 fertigt die Manufaktur in Mittelungarn hochwertiges Pozellan, das bereits
1845 auf der Wiener Industrieausstellung erstmals außerhalb Ungarns zu sehen
war und seither einen Siegeszug rund um die Welt angetreten hat. Das „weiße
Gold“ von Herend erhält aufgrund eines besonderen Brennvorgangs sein
typisches schneeweißes, durchscheinendes und glänzendes Aussehen. Jedes Stück
wird von Hand geformt und bemalt. Die bekanntesten Muster sind das farbkräftige
Chinesische Dekor mit Schmetterlingen und Blütenzweigen sowie das nach Königin
Viktoria benannte Tafelservice-Dekor. Berühmt ist Herend auch für seine
Flechtwerke und die Herend-Rosen.
Waren es früher Königshäuser und Adelige, die sich mit Herend
umgaben, so gibt es heute zahlreiche private Sammler dieses herrlichen
Porzellans, das zwar nicht ganz billig ist, aber zeitlosen Wert besitzt. Bei
einem Besuch direkt in der Maufaktur kann man übrigens unter fachkundiger
Anleitung sein eignes „Meisterstück“ anfertigen und mit nach Hause nehmen.
Unicum
Scheinbar
pechschwarz und gallbitter, und doch bei Kennern ein echter Geheimtip für alle
Fälle. Was den Tschechen ihr Becherbitter, den Deutschen ihr Jägermeister, das
ist den Ungarn ihr Unicum. Eine Leidenschaft abseits von Alkoholgenuß, eine
Philosophie beinahe. Zu seiner Herstellung werden frische Früchte in
Obstschnaps gebettet, mit verschiedenen Kräutern versetzt und als Genußmittel
mit Heilwirkung verkauft. Wobei die Heilkraft oft augenzwinkernd als gute
Ausrede dient.
Unicum
ist jedenfalls ein naturreines Destillat, das seit über 200 Jahren nach einem
geheimen Rezept entsteht. Der herbe Geschmack ist für Bitter-Fans der reine
Genuß, für andere vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig. Kosten lohnt
sich aber –sei es nur als köstliche „Medizin“.
Zsolnay-Keramik
aus Pécs
Vilmos
Zsolnay entwickelte seine Steingutmanufaktur ab Mitte der 19. Jahrhunderts zu
einer Keramikfabrik von europäischem Rang. Das Familienunternehmen erwarb sich
vor allem durch seine Experimemtierfreudigkeit und seine schönen Gebrauchs- und
Ziergegenstände einen Namen. Weltruhm brachte ihm seine einzigartige metallisch
schillernde Eosinglasur. Zusammen mit dem ungarischen Jugendstilarchitekten Ödön
Lechner spezialisierte sich das Unternehmen als zweites großes Betätigungsfeld
auf Baukeramik, von denen es in Pécs zahllose Beispiele gibt. Zu den schönsten
zählen die Budapester Post, das Rathaus von Kecskemét sowie der
Zsolnay-Gedenkbrunnen in Pécs, wo man auch das Manufakturmuseum besuchen kann.
Zsolnay
Keramik zählt bis heute zu den begehrtesten Sammlerstücken europäischer
Keramik, insbesondere die grünlich schillernden Zierfiguren.
Pick
Salami aus Szeged
Auch
wenn die Salami ursprünglich aus Italien stammt, so hat sie doch durch das
Szegeder Unternehmen Weltruhm erlangt. Márk Pick gründete 1869 seine
Wurstfabrik nicht zufällig im Zentrum der ungarischen Schweinezucht in Südungarn.
Hier hatte er das frische Rohmaterial praktisch vor der Fabrikstüre. Heute zählt
die Pick Salami wahrscheinlich zu den bekanntesten ungarischen Produkten,
einzigartig im Geschmack durch ihre besondere Würze und Räuchermethode. Es
gibt sie in verschiedenen Varianten, weich und hart, mit und ohne Paprika, die
„klassische“ Pick Salami, die sogenannten „Wintersalami“ ist von
mittelharter Konsistenz und ohne Paprika.
Paprika
aus Südungarn
Er
wird oft das „rote Gold“ Ungarns genannt und er ist aus der ungarischen Küche
nicht wegzudenken. Er war ursprünglich nicht im Karpatenbecken heimisch und
gelangte entweder aus Spanien, wahrscheinlicher aber aus Kleinasien nach Ungarn,
worauf auch der Name „türkischer Pfeffer“ schließen läßt. Zunächst
wurde die Pflanze nur in Klostergärten als Medizin gezüchtet. Erst als
Napoleon als Strafe für die aufständischen Magyaren deren gesamte Pfeffervorräte
vernichten ließ, fand der Paprika als Ersatzwürze Einzug in den Alltag und
begann einen ungeheuren Siegeszug in die heimischen Kochtöpfe.
Zentren des Paprikaanbaus in Ungarn sind bis heute die Städte Szeged
und Kalocsa in der Südlichen Tiefebene, deren besondere Böden zusammen mit dem
Klima die herrlichen Aromen hervorbringen. Auch die Trocknungs- und Mahlmethoden
bestimmen den Geschmack mit.